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Japan (Geographie / Geschichte)

Japan, der gewaltige ryu (Drache) mit seinem Sibirien und Sachalin zugewandten Kopf und dem beinahe Korea peitschenden Schweif. Ein aus den Tiefen des Ozeans auftauchender ryu, der seine Geburt den schrecklichen Wehen der Erdkruste Verdankt, ein Drache mit einem Leibesumfang von nicht weniger als 30 000 km Küstenlinie, der noch immer aus Dutzend von Schlunden Feuer speit?

Nüchtern ausgedrückt erstreckt sich Japan über ca. 3000 km von Nordosten nach Südwesten. Japan reicht also, zu uns projiziert, von Bern (Schweiz) bis an den Rand des Hoggar - Gebirges in der Sahara. Die klimatischen Einflüsse in Japan entsprechen den Bedingungen zwischen Norwegen und Südfrankreich, aufgrund der Insellage und der gebirgigen Landesnatur jedoch mit abrupteren regionalen Unterschieden. Die lang gestreckte Abfolge der vier Hauptinseln Hokkaido, Honshu, Shikoku und Kyusho, deren gebirgiges Rückrad und die Nähe des Kontinents tragen zur enormen Vielfalt des Mikroklimas bei. Im Winter fallen auf der Sibirien und dem Japanischen Meer zugewandten "Rückseite" Japans gewaltige Mengen Schnee bis zu einer Höhe von vier Meter. An der Pazifikküste hingegen ist es im Winter und im Hochsommer sehr trocken.

Das kann in den Großstädten wie Tokio zu Schwierigkeiten bei der Wasserversorgung führen. Der Frühling meldet sich zu erst auf der Südinsel Kyusho Ende März zu Wort. In der zweiten Maiwoche erreicht der Frühling mit seiner ganzen Kirschblütenpracht die Nordinsel Hokkaido. Taifune suchen das Land im Spätsommer heim. Die damit verbundenen Sturmregen und -fluten richten gewaltige Schäden an. Im 13. Jahrhundert verwüsteten Taifune, von Japanischen Mönchen herbei beschworen, die Flotte der mongolischen Eroberer. Das Volk nannte sie Kamikaze, göttliche Winde. Vom Norden aus wandert nun der Herbst nach Zentraljapan, wo er sich im November niederlässt und das Grün in leuchtendes Zinnoberrot verwandelt. Etwa zwei Drittel des Landes nehmen große Waldgebiete ein, doch nur an wenigen Orten ist die ursprüngliche Vegetation erhalten geblieben. Ge- birge nehmen rd. 80% der Fläche Japans ein. In den bewaldeten Bergen im Landesinneren ist eine artenreiche Tierwelt vertreten. Hier leben u.a. Wildschweine, Bären Waschbären, Hasen, Rotwild, Antilopen und Affen. Dass Japan noch heute über große Waldgebiete verfügt ist dem einheimischen Glauben, dem Shintoismus, zu verdanken. Der Shintoismus betrachtet die Berge und Wälder seit jehr als heiligen und unverletzlichen Wohnsitz der Götter. Die Religionszugehörigkeit in Japan verteilt sich auf drei Hauptgruppen: Shinto 51.3%; Buddhismus 38.3%; Christen 1.2%; andere 9.2%. Japan gliedert sich in 9 Regionen, 44 Präfekturen (Ken), 2 Stadtpräfekturen (Osaka und Kyoto) sowie den Hauptstadtbezirk ( Tokio )